Bereits in wenigen Tagen geht es für eine weitere Jugendgruppe erneut auf eine alljährliche Gedenkstättenfahrt, organisiert von unserer Lehrerin Frau Matern. Dieses besondere Projekt wird jedes Mal begleitet von wechselnden Formen der gemeinsamen Verarbeitung.
Hier berichtet Frau Matern von der künstlerischen SchülerInnen-Aktion im Januar 2025 und zeigt ein Video der Performance:
Jedes Jahr im Januar unternehmen wir eine Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz bei Krakau in Polen, um uns mit dem Thema Holocaust und Nationalsozialismus aktiv am historischen Ort auseinanderzusetzen. Diese Fahrt findet seit 2017 als Kooperationsfahrt gemeinsam mit der Heinz-Brandt-Schule und Max-Bill-Schule statt.
Die teilnehmenden SchülerInnen werden auf dieser Fahrt durch ein vielfältiges Vor- und Nachbereitungsprogramm begleitet und sollen darin ihre Erfahrungen, die sie auf der Reise machen, gemeinsam reflektieren und auf kreative Weise künstlerisch umsetzen.
In diesem Jahr fand unsere Gedenkstättenfahrt genau zum 80. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz am 27. Januar 2025 statt. Aus diesem Grund wollten wir als Berliner SchülerInnengruppe nicht nur die Gedenkstätte Auschwitz besuchen, sondern in der Stadt Krakau eine Performance aufführen, um Erinnerung und Gedenken sichtbar zu machen.
Ort der Performance war der Platz der Ghettohelden in Krakau, auf dem seit 2005 als Mahnmal siebzig Metallstühle angebracht sind, die an die tragische Geschichte der deportierten Juden des Krakauer Ghettos erinnern.
Mit der Genehmigung der Stadt und der Unterstützung der Polizei strömten die SchülerInnen unter den Klängen von Krzysztof Pendereckis Polymorphia auf den Platz und setzten sich auf die Stühle. Im Gepäck jeweils zwei Steine, Kreide und den Namen eines Menschen aus Berlin, der in Auschwitz ermordet wurde.
Mithilfe eines Mikrofons lasen die Jugendlichen dann Namen und Todestag der Menschen laut vor, und die Besucher des Platzes waren eingeladen, dieser Menschen zu gedenken.
Die Performance endete mit dem Zitat der Holocaustüberlebenden Margot Friedländer „SEID MENSCHEN!“ und die TeilnehmerInnen waren aufgefordert, mit einem Wort laut zu äußern, was für sie „Menschsein“ bedeutet.
Die Resonanz auf diese Aktion war besonders für die Schüler unerwartet positiv und emotional.
Wir danken der Stadt Krakau für ihre Erlaubnis und Unterstützung!