Mathematiker sind Stubenhocker: Sie können sich alles im Kopf erklären! Das sagt man zumindest. Aber auch Einstein hat die Mathematik eigentlich von der Geige gelernt und Gauß auf der Gasse…

Im naturwissenschaftlichen Unterricht bauen wir von Thema zu Thema greifbare Lernumgebungen auf, in denen die Schüler anschaulich und lebensnah Physik, Mathematik, Biologie und Chemie erfahren und verstehen. Dabei stellen wir immer wieder Bezüge zu übergeordneten Themen her und experimentieren mit Projekten, in denen die fachlichen Themen erlebbar werden.

Und wenn der Fachraum nicht mehr ausreicht, geht’s auch vor die Tür. Im Rahmen unserer Draußen-Tage erkunden wir z.B. Höhen, Geschwindigkeiten oder Formen und verstehen hautnah Kraft als vektorielle Größe mit unterschiedlichster Wirkung.

Dabei erfahren wir die Gesetze der Bewegung oder des Gleichgewichts ganz körperlich und modellieren sie erst dann im Labor nach. So kommen wir vom Ziehen eines Autos zum Trägheitsgesetz. Und ob Stubenhocker oder Zappler: Wir spüren die Aufgabe noch in den Muskeln, wenn wir später darüber nachdenken.

Trägheit draußen

Zu unser Überraschung schafften es alle Schüler, einen PKW mit Insassen über mehrere Meter über den Schulhof zu ziehen. Trägheit bedeutet dabei, dass wir uns anfangs gegen die ganze Masse des Autos stemmen, es jedoch umso leichter wird, je schneller es rollt.

Trägheit im Labor

Der Newtonmeter ersetzt das Seil und zeigt an, welche Kraft zwischen dem Auto und dem Menschen herrscht. Der Ausschlag ist anfangs am größten, ganz in Übereinstimmung mit der physischen Erfahrung.

Messen mit Körpermaßen

Die Spanne ist der Abstand zwischen gespreiztem Daumen und kleinem Finger. Dieses Maß ist natürlich bei jedem anders. Das Messen mit Körpermaßen macht aber viel Spaß, und man hat die Messinstrumente immer dabei. Wir stellen fest: Die Büste, welche die Schüler bei unserem „Mathe draußen“ Tag vermessen, ist deutlich überlebensgroß. Denn unsere Spanne reicht bei uns selber eigentlich vom Kinn bis zur Stirn.

Geometrische Gruppenübung

Der Kreis ist eine natürliche Form, um sich als Gruppe im Freien zu unterhalten. Aber ein Dreieck? Hier gilt es, sich miteinander zu koordinieren. Als richtig große Herausforderung stellt sich der Wechsel zwischen Quadrat und Dreieck heraus!

In Mathematik gehört eine Wochenstunde dann der persönlichen Entdeckungsreise der Schüler*innen: Im Lernbüro vertiefen sie selbständig ihre erlebten Erkenntnisse. Aus einer Themenvielfalt wählen sich die Schüler*innen die für sie interessanten Lernbausteine aus und bearbeiten sie in ihrem eigenen Rhythmus. Die Bausteine enthalten Aufgaben für jedes Niveau, ergänzen den aktuellen Unterrichtsstoff, geben Raum für das selbständige Entdecken neuer Zusammenhänge als auch das Wiederholen vertrauter Inhalte und machen neugierig auf mehr.