Der Weg, den ich zu meinem Ziel hin eingeschlagen habe, ist weder der kürzeste noch der bequemste; für mich jedoch ist er der beste, weil er mein eigener Weg ist.

Henryk Goldszmit

Unseren Schüler*innen Lernwege zu ermöglichen, die ihrem Wesen entsprechen und die ihre persönlichen Stärken herausfordern und betonen, ist unser führendes Ziel in all unseren pädagogischen Entscheidungen. Dazu gehört auch, dass wir ihnen eine Vielzahl an Beratungs- und Unterstützungsmöglichkeiten für ihre persönliche Entwicklung und Schullaufbahn bieten möchten.

In unseren Schulalltag fest integriert sind deshalb monatliche Beratungsgespräche und halbjährliche Ziel- und Bilanzgespräche mit Schüler*innen und Eltern sowie den begleitenden Klassenlehrer*innen. Und ein den Unterricht täglich begleitendes Logbuch dient zusätzlich der unterstützenden Lernplanung, der Reflexion und dem konstanten Feedback.

Auch der Klassenrat ist ein Forum, in dem die Schüler*innen gemeinsam ihre Anliegen besprechen und gegebenenfalls Problemlösungen sowie Verbesserungsvorschläge erarbeiten. Die Diskussion im Klassenrat folgt festgelegten Regeln, wobei die Schüler*innen selbst moderieren und in unterschiedlichen Rollen Verantwortung für das Gelingen übernehmen.

Sich gegenseitig zu bestärken und aufzubauen – statt sich, was so schnell passiert, abfällig und beleidigend zu äußern – ist uns für unser Schulleben besonders wichtig. Eine Kultur der gegenseitigen Wertschätzung üben und erfahren unsere Schüler*innen deshalb z.B. auch spielerisch in einem entsprechenden Klassen-Ritual „Dank und Anerkennung“.

Über diese Prinzipien der allgemeinen Unterstützung hinaus haben wir unterschiedliche Strukturen installiert, die den Jugendlichen gezielt Hilfen für ihre individuellen Entwicklungen bieten:

Kompetenz-orientiertes Lernen und Sonderpädagogik

Besondere Interessen, Begabungen und Voraussetzungen finden bei uns spezielle Förderungen und Angebote. Für uns steht auch hier die Möglichkeit, selbstbestimmt, kompetenz-orientiert und personalisiert lernen zu können, an oberster Stelle.

Für Schüler*innen, die einen alternativen Rahmen suchen, um sich entwickeln zu können und die Raum für wesentliche Themen einfordern, bietet auch unsere temporäre Lerngruppe einen Ort der sensiblen Unterstützung. Hier werden kreative und flexible Möglichkeiten angeboten, um Aufgaben des Fachunterrichts personalisiert zu bearbeiten. Dazu entwickeln die Pädagog*innen der temporären Lerngruppe zusammen mit den teilnehmenden Schüler*innen individuelle Erfahrungsräume und Lernwelten, in denen Kompetenzen und Potentiale selbstbestimmt und selbstreguliert entdeckt und entfaltet werden können.

Die Unterrichtsräume sind mit besonderen haptischen und handlungsorientierten Angeboten ausgestattet und bieten vielfältige Optionen, sich kreativ und gestalterisch mit Lerninhalten zu beschäftigen. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, durch Achtsamkeits- und Entspannungstraining flexibel auf Tagesformen zu reagieren sowie z.B. die eigene Körperwahrnehmung zu üben und Selbsterfahrung und Konzentrationsfähigkeit zu sammeln.

Neben diesem besonderen, hochgradig individualisierten Lernraum bieten unsere Sonderpädagog*innen natürlich auch alle weiteren klassischen Instrumente der inklusiven Schule an. Hierfür stehen sie den Lehrkräften, Eltern und natürlich den Schüler*innen beobachtend und beratend zur Seite, ermitteln Förderbedarf und begleiten innerhalb multiprofessioneller Teams die Schüler*innen hin zu einem bestmöglichen Schulabschluss.

Begabungsförderung

Schüler*innen, die kreativ ihren Interessen und Talenten Raum geben möchten, bietet die Reinhold-Burger-Schule außerdem verschiedene Formate der Begabungsförderung. Hier können sie sowohl im wie auch über den täglichen Unterricht hinaus mit großem Engagement ihre Ziele verfolgen.

Hierzu gehören z.B.

  • unser Chor und unsere Band. In Einzel- und Kleingruppenarbeit können unsere Schüler*innen hier Instrumente erlernen oder sich gesanglich ausprobieren, Musiktheorie begreifen und ihre Ergebnisse innerhalb der regelmäßigen Konzertauftritte auch vor größerem Publikum präsentieren. Mitbringen müssen die Schüler*innen neben ihrem Interesse vor allem ein hohes Maß an Konzentration, Disziplin und verbindlichem Üben.
  • unsere Schülerzeitung. Die Arbeit in der Redaktion der Schülerzeitung richtet sich an Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Klassen, die etwas zu sagen haben und gerne im Team arbeiten. Sie sind von Natur aus neugierig und motiviert, und sie bewegt das Schulleben oder die Geschehnisse in der Welt. Die Schülerzeitung ist ein Ort, an dem sie eine Stimme bekommen, die gehört werden sollte. Schüler*innen, die eine sprachliche Affinität haben, können ihrer Neigung hier nachgehen und sie perfektionieren. Egal, ob sie sich fürs Fotografieren, Layouten oder das Verfassen von Texten begeistern, hier kann sich jede*r austoben. Unsere Schülerzeitung „Volle Kanne“ ist mittlerweile mehrfach ausgezeichnet worden, zuletzt 2021 mit dem 1. Platz der Berliner Schülerzeitungen in der Kategorie „Integrierte Sekundarschulen“.
  • die LeseProfis. Die LeseProfis haben es sich zur Aufgabe gemacht, ein lesefreundliches Klima an der Reinhold-Burger-Schule zu fördern. Seit dem Schuljahr 2016/2017 planen die LeseProfis selbstständig Aktionen rund um das Lesen. Sie knüpfen mit ihren Leseangeboten an den Interessen und Vorlieben ihrer Mitschüler*innen an und beziehen diese in die partnerschaftliche Leseförderung mit ein. Sie nutzen hierfür Medien (Internet, Filme etc.) und Aktionsformen (Wettbewerbe, Lesungen etc.). Jedes Jahr besuchen die LeseProfis gemeinsam mit interessierten Schüler*innen die Leipziger Buchmesse und organisieren den Vorlesetag an der Reinhold-Burger-Schule.

Neben diesen schuleigenen Formaten weisen unsere Lehrkräfte die Schüler*innen auf Wunsch und nach Bedarf auf bestehende Akademien, Veranstaltungen, Stipendien und ähnliches hin. Und gemeinsam mit unserem Partner Bildung & Begabung werden Akademie-Tage organisiert, an denen die Schüler*innen einen Einblick in die Arbeit der VorbilderAkademie bekommen und sich dort auch anmelden können.  

Prüfungsworkshops

Zu Beginn des 10. Schuljahres werden unsere Schüler*innen innerhalb eines viertägigen Prüfungsworkshops auf die besonderen Herausforderungen ihrer anstehenden Abschlussprüfungen vorbereitet. Sie erlernen Kompetenzen und Methoden, um u.a. realisierbare Zeitplanungen zu entwickeln, Präsentationen zu erstellen und statistische Materialien zu verwenden. Außerdem werden Trainingseinheiten angeboten, die den Umgang mit technischen Hilfsmitteln üben, Prüfungssituationen simulieren und Strategien zum Stressabbau vermitteln. Im Anschluss an diese vier Tage sind die Schüler*innen gut gerüstet, um ihr Projekt Teamwerk zu starten und sich systematisch auf ihre Prüfungen vorbereiten zu können.

Berufs- und Studienorientierung

Man kann einen Menschen nichts lehren, man kann ihm nur helfen, es in sich selbst zu entdecken.

Galileo Galilei

In diesem Sinne verstehen wir die Berufs- und Studienorientierung (BSO) als eine ganzheitliche Aufgabe. Unsere Abgänger*innen sollen am Ende ihrer Schulzeit wissen, welche speziellen Fähigkeiten sie haben und welche Tätigkeiten sie mit Freude und Leidenschaft ausüben.

Zu wissen, welche Berufsfelder es gibt und was diese auszeichnet, ist das eine. Das andere jedoch ist es, sich in möglichst vielen Situationen auszuprobieren und praktische Erfahrungen zu sammeln.

Hierfür stehen unseren Schüler*innen verschiedene Angebote z.B. das Integrierte Produktive Lernen, die Schülerfirma und die Lernwerkstatt zur Verfügung.

Um ihre praktischen Erfahrungen auszuwerten und zu reflektieren, arbeiten die Lernenden von der 7. bis zur 10. Klasse mit unserem schuleigenen Portfolio „Wegweiser Zukunft“. Dieses Instrument wird vom Team der Berufs- und Studienorientierung auch bei der Beratung genutzt, um gemeinsam mit den Schüler*innen ihre weiteren beruflichen Ziele klar zu formulieren.

Wir unterstützen, indem wir die vielfältigen Wege zum Ziel und auch mögliche Alternativen aufzeigen. Auf Wunsch helfen wir beim Bewerbungsprozess und bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz oder einer passenden berufsvorbereitenden Maßnahme.

Selbstverständlich beraten wir auch bei der Wahl einer weiterführenden Schule, an der auch die Anmeldung im Elektronischen Anmelde- und Leitsystem (EALS) des Landes Berlin durch das BSO-Team vorgenommen wird.   

Zu unserem BSO-Team gehören:

  • Claudia Berger, Lehrerin an unserer Kooperationsschule, der Max-Bill-Schule (OSZ)
  • Sina Klatte, Berufsberaterin der Agentur für Arbeit
  • Roman Kruse, Koordination der Beruf- und Studienorientierung an der Reinhold-Burger-Schule

Jugendsozialarbeit an der Schule

Die Reinhold-Burger-Schule arbeitet seit vielen Jahren mit der Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH zusammen, und gemeinsam wurde ein breites Angebot der Schulsozialarbeit entwickelt. Vier Sozialarbeiter*innen in Teilzeitstellen stehen den Schüler*innen, Eltern und Erziehungsberechtigten sowie dem Kollegium und weiteren Fachdiensten in verschiedenen Schwerpunktbereichen zur Verfügung.

Je nach Bedarf und Anliegen wird in Absprache mit den Beteiligten das Angebot geplant:  

  • Beratungsgespräche
  • Klärung von Alltagsproblemen in Schule und Elternhaus
  • Mediation
  • Klärung von Konflikten und Krisensituationen
  • Unterstützung bei der Perspektivfindung
  • verschiedene Angebote für Eltern
  • nach Bedarf Zusammenarbeit mit Fachdiensten
  • Beratung und Begleitung beim Übergang Schule / Beruf
  • einführende Begleitung der Klassenräte und des sozialen Lernens
  • Mitgestaltung der Einführungswoche für die 7. Klassen
  • Gruppenveranstaltungen

Die Sozialarbeiter*innen arbeiten vertraulich, orientiert an den Stärken und Fähigkeiten der Jugendlichen. Sie entwickeln mit ihnen gemeinsam Lösungen und beziehen nach Bedarf das Umfeld und Unterstützungspartner*innen mit ein.

In regelmäßigen Aus- und Fortbildungen ergänzen die Sozialarbeitenden ihr Fachwissen und die Qualität ihrer Arbeit. Dadurch erweitern sie in Zusammenarbeit mit der Schulleitung, den Eltern und dem Kollegium kontinuierlich ihr Angebot und orientieren sich dabei an gesellschaftlichen Entwicklungen.


Zu ihren Zusatzqualifikationen gehören z.B.:

  • Streitschlichterausbildung von Schüler*innen
  • Elterntraining
  • Multifamilientherapie – Familie in Schule (FiSch)
  • Kinderschutz und Kindeswohl (Fachkraft nach §8a SGB)
  • menschenrechtsspezifische soziale Arbeit

Darüber hinaus ist Pfefferwerk Stadtkultur Träger der integrierten Tagesgruppe „Plan B“, die in Kooperation mit der Reinhold-Burger-Schule, dem Jugendamt Pankow, der Schulaufsicht und dem Schulträger eingerichtet wurde.

Kontakt
Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH
Schulsozialarbeit
Tel. 030 499 799 46
Mail: burger[a]pfefferwerk.de